Zwei Mitarbeiter des Lettischen Okkupationsmuseums, Ritvars Jansons und Valters Nollendorfs, beteiligten sich an der internationalen Konferenz "Verbrechen der Diktaturen in Osteuropa," das vom 27. bis 28. Oktober vom Literaturhaus Berlin, der RobertßBoschßStiftung und der Gedenkstätter BerlinßHohenschönhausen in Berlin veranstaltet wurde.

 

Valters Nollendorfs, Direktor für auswärtige Angelegenheiten des Lettischen Okkupationsmuseums, erläuterte die Konzeption der alten und geplanten neuen Dauerausstellung in Bezug auf die Darstellung des kommunistischen Regimes (1940/41, 1944/45–1991), das er in Lettland als Fremdherrschaft beschrieb. Großes Interesse der Teilnehmer rief insbesondere das schon im Museum zugängliche interaktive Computerprogramm über den Gulag hervor.

Ritvars Jansons, Historiker des Lettisches Okkupationsmuseums, referierte über die Erfahrung Lettlands in juristischer Auswertung der kommunistischen Diktatur. Er hob dabei insbesondere vor, wie die Probleme juristischer Inkonsequenz und fehlender Dokumentation diese Arbeit erschwert haben.

Lettland war an der Konferenz weiterhin durch Iveta Ðíiòíe, Mitarbeiterin des Lettischen Staatsarchivs, und den Film "Soviet Story" von Edvîns Ðnore vertreten.

Die Konferenz diente gleichsam als Teil der Eröffnung einer Ausstellung über die im Banat geborene und vom Chauchesku-Regime verfolgten Nobel-Preis-Trägerin 2009, Herta Müller, im Berliner Literaturhaus. In der Ankündigung der Konferenz heißt es:

Die kommunistischen Diktaturen in Europa haben nicht nur zu schwerwiegenden Verletzungen und Deformationen der Gesellschaft geführt. Der überwiegend sanfte Übergang zur Demokratie und das Fortbestehen alter Eliten und Machtstrukturen machen auch die Aufarbeitung der Diktaturverbrechen zu einem schwierigen Prozeß. Statt den Opfern wenigstens im Nachhinein Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, dominieren oftmals Gleichgültigkeit, Verdrängung und Vertuschung.

Um so wichtiger ist es, die Anstrengungen der Zivilgesellschaft zu befördern, sich kritisch mit den Diktaturverbrechen auseinander zu setzen. Die Sicherung historischer Quellen und die Analyse des Geschehens sind ebenso unverzichtbar für eine demokratische Erinnerungskultur in Europa wie die Bestrafung der Täter und die Würdigung der Opfer. Im Rahmen der Konferenz waren Akteure aus verschiedenen Bereichen den Stand der Aufarbeitung in ihren Ländern präsentieren und suchen nach effektiveren Handlungsmöglichkeiten.

 

 

Dr.Ritvars Jansons Lettisches Okkupationsmuseum

 

Erfahrung Lettlands in juristischer Auswertung der kommunistischen Diktatur (PDF)

 

(Referat auf der Konferenz "Verbrechen der Diktaturen in Osteuropa" im Käthe Kollwitz-Museum in Berlin 28.10. 2010)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Valters Nollendorfs – der Direktor für äußere Angelegenheiten des Lettischen Okkupationsmuseums hält den Vortrag am 29. Oktober 2010 an der internationalen Konferenz "Verbrechen der Diktaturen in Osteuropa" im Käthe Kollwitz-Museum in Berlin.

 

 

 

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